Interkulturelles Lernen – Projektansatz

Kulturbegriff

Kultur kann als dynamisches System von Werten, Normen und Verhaltensstrategien ver-standen werden, das es dem Individuum ermöglicht, sich in seiner Gruppe zurechtzufinden und zu handeln.
Kultur ist nicht statisch, eindeutig oder einheitlich.
Die ethnische/nationale Kultur ist nur ein Identitätsmerkmal von vielen. Die kulturelle Identität jeden Individuums wird in der Interaktion im sozialen Umfeld ständig neu geschaffen.

Interkulturelles Lernen als Prozess

Charakter

Interkulturelles Lernen ist ein bewusst initiierter und reflektierter Lernprozess, der auf Offenheit basiert und Ängste/Verunsicherungen zulässt.
Interkulturelles Lernen umfasst eine kognitive Dimension (Reflexion eigener Kulturen, Entschlüsselung der Grammatik anderer Kulturen, Reflexion der Werteeinstellungen) und eine emotionale Dimension (Befindlichkeiten, ambivalente Deutungen).
Interkulturelles Lernen strebt Veränderungen auf der individuellen und gesellschaftlichen Ebene an.

Interkulturelles Lernen kreist um vier Motive: a) das Motiv der Fremdheit oder der Ver-stehensproblematik, b) das Motiv der Anerkennung, das auf die Identitätsproblematik verweist, c) das Engagement für Gleichheit, gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, d) das Motiv interkultureller Verständigung in globaler Verantwortung. Interkulturelles Lernen hat eine politische Dimension, sie beinhaltet die Wahrnehmung von Konflikten als politische Gestaltete und Beeinflussbare und politisches Handeln als Ziel.

Schritte:

Vergewisserung der eigenen Identität und Selbstwahrnehmung
Rollendistanz / Relativierung und Relationierung der Selbstwahrnehmung: Sensibilisierung für andere Kulturen, Einordnung der eigenen Ansichten und Handlungsmuster in den Kontext soziokultureller Normen
Empathie und Perspektivenwechsel: Entwicklung der Fähigkeit, sich in die Erlebnis- und Sichtweisen anderer Personen hineinzuversetzen

Ambiguitätstoleranz: (auch) konfliktiver Prozess der Herstellung von Gemeinsamkeiten und Annäherungen sowie der Wahrnehmung und Akzeptanz von Unterschieden

Prinzipien:

Selbstreflexion, differenzierte Wahrnehmung, Respekt dem Eigenen und Fremden gegenüber, Veränderung von Selbst- und Fremdbildern, Dialog und Konflikt, vertrauensvolle Atmosphäre, Diskussion gesellschaftlicher Rollen und Machtpositionen

Interkulturelle Kompetenz als Ziel

Interkulturell kompetent zu sein, bedeutet, als Individuum die Fähigkeit zu entwickeln, sich in verschiedenen Situationen, in verschiedenen sozialen und kulturellen Kontexten sich auf andere Menschen zu beziehen, mit ihnen zu kommunizieren und sich dabei der eigenen Werte und kulturellen Eingebundenheit bewusst zu sein.
Das heisst, die interkulturelle Kompetenz umfasst die drei zentralen Ebenen: Empathie und Reflexionskompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Konflikt- und Handlungsfähigkeit.

 

Diese Zusammenstellung basiert auf den Beiträgen verschiedener, am Projekt beteiligter Jugendbildungsreferen-tInnen sowie auf Diskussionen in den Projektsitzungen. Sie gibt den Diskussionsstand wieder und ist Teil des Entwicklungsprozesses.

 


entimon Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Gefördert im Rahmen des Aktionsprogramms
"Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus,
Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus"
 

© DeKuRel 2003

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